• Am 20. Juni hatte ich die Möglichkeit im medienpädagogischen Forschungskolloquium den aktuellen Stand meiner Design-Based Research-Dissertation vorstellen zu können. Mit einer gewissen Neugier und auch Aufregung freute ich mich auf die Präsentation und die anschließende Diskussion. Spannend fand ich die vielfältige Besetzung des Kolloquiums aus MediendidaktikerInnen, KunstpädagogInnen, SoziologInnen und einigen weiteren Berufen und Fachrichtungen.

     

    Etwas ungewöhnlich war die ausführliche Vorstellung meines beruflichen und akademischen Werdegangs. Dabei ging es aber nicht primär darum, dass mich die Anwesenden besser kennenlernen, sondern meinen Werdegang kennen und damit auch im Hinblick auf meine Dissertation berücksichtigen können. Entscheidungen im Rahmen von Design-Based Research (DBR) werden auch maßgeblich von der beruflichen und persönlichen Sozialisation beeinflusst.

     

    Forschungsfragen

    Der Vortrag wurde nach jeweils zwei Gestaltungsfragen und empirische Fragen strukturiert, die ich in meiner Dissertation behandle. Die Gestaltungsfragen stellen, ganz im Sinne von Entwicklungsorientierung und DBR, den Kern der Arbeit dar. Alle vier Fragen wurden im Hinblick auf Forschungsstand und weiteres Forschungsvorgehen vorgestellt.

     
    Gestaltungsfragen

    1.Wie kann eine Unterrichtsreihe des gymnasialen Geschichtsunterrichts der sechsten Jahrgangsstufe unter medien- und geschichtsdidaktischen Kriterien und unter Berücksichtigung der beeinflussenden Faktoren entwickelt werden?

    2.Wie können Medien geschichtsdidaktisch unter Einbeziehung der Bedingungen von Digitalität definiert und kategorisiert werden?

     
    Empirische Fragen

    3.Welche Ziele und Motivationen haben Lehrerinnen und Lehrer im Hinblick auf die Mediennutzung im gymnasialen Geschichtsunterricht der sechsten Jahrgangsstufe?

    4.Welche technischen und akteurbezogenen Faktoren beeinflussen die Mediennutzung von Lehrerinnen und Lehrern im gymnasialen Geschichtsunterricht der sechsten Jahrgangsstufe?

     

    Wenn Sie Interesse haben einen Blick in meine Präsentation zu werfen, finden Sie die PPP hier.

     

    Rückmeldungen

    Die Rückmeldungen waren hilfreich, zugleich auch sehr beruhigend. Ich wurde bezüglich der Struktur der Dissertation und insbesondere in der Durchführung der Dissertation auf Basis des Phasenmodells von den Anwesenden gestärkt. Eine grundsätzliche Veränderung der Elemente meiner Dissertation hätte die Durchführung in der aktuellen Planung schwieriger gemacht. 

    Während meiner Präsentation und in der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Professionalisierungstheorien stärker mitgedacht werden müssen. Daher wird es meine Aufgabe der kommenden Monate sein, mich in diesen Bereich einzuarbeiten und mögliche Anknüpfungspunkte zu meinem Design-Based Research-Projekt zu entwickeln.

    Eine zentrale Frage war, welchen Umfang sollte Empirie in meiner Arbeit haben. Benötige ich zwei separate empirische Fragen oder können diese unter den Gestaltungsfragen eingebunden werden? Welche Daten nutze ich für die Beantwortung dieser Fragen? Welche Auswertungsmethoden nutze ich dafür? Für mich ist entscheidend, inwieweit ich solide Empirie betreiben kann ohne den Kern, d. h. die Entwicklung eines Prototypen im Sinne von Design-Based Research, zu vernachlässigen. Dies sind komplexe Fragen, die mich noch einige Zeit beschäftigen werden.

    Bevor ich in den zweiten Zyklus einsteige, werde ich nochmals die Rolle der kooperierenden Lehrpersonen überdenken: Sind sie Feedbackgeber für meinen Prototyp, zu erforschende Personen und/oder selbst Forschende? Sollen sie befähigt werden selbst Forschung durchzuführen? Damit könnte eventuell ein Beitrag für eine langfristige Entwicklung des Prototyps in der Schule gelegt werden.

     

    Ausblick

    Die Grundstruktur meiner Dissertation steht! Der erste Zyklus wurde erfolgreich mit sieben Lehrpersonen von vier Schulen durchlaufen und das gesamte Phasenmodell wurde von den KollegInnen im Kolloquium unterstützt. Das finde ich eine tolle und motivierende Nachricht. Das Phasenmodell bildet für alle beteiligten Kooperationslehrpersonen und für mich eine Orientierung für die gemeinsame Arbeit. Nun geht es für mich darum die thematischen Schwerpunkte und mein Forschungsinteresse zu schärfen.